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Ein Beitrag mit einem einzigen Bild, denn ich habe mir etwas vorgenommen

Ich habe heute in einer vergessenen Schublade in meinem Kleiderschrank gewühlt und eine uralte (sprich fast 14 Jahre alte) Clutch ausgegraben, die ich damals für 5€ gekauft habe. Ich hielt sie in der Hand und fand sie so toll, dass ich auf der Stelle ein unfassbar schlechtes Gewissen bekommen habe wegen all meinen aktuellen Einkäufen. 

Denn ja, ich habe im letzten Jahr nach Lust und Laune geshoppt und mir einige tolle Teile geleistet. Aber ich finde auch, es reicht jetzt langsam. Es ist nicht so, dass ich planlos alles gekauft habe, was ich gut fand. Ich bin, wie ich oft schon geschrieben habe, sehr überlegt und versuche (es gelingt mir eigentlich auch gut), sinnvoll einzukaufen und kein Geld zu verschwenden. So sehr ich Mode auch liebe, sind es immer noch nur Klamotten. Übertriebener Konsum widerstrebt mir ganz gewaltig, angefangen beim Kinderspielzeug (wie viele Kämpfe mussten mein Sohn und ich in den letzten Jahren auskämpfen!!!), über Essenseinkäufe bis zum Urlaub (wir haben noch nie einen All-Inklusive-Urlaub gemacht, denn ich bin der festen Überzeugung, dass kein Mensch zu jeder Tageszeit etwas zum Essen braucht. Und wenn man bedenkt, wie viele Kinder auf der Welt keinen Zugang zum sauberen Trinkwasser haben, geschweige von gesunden und vor allem ausreichenden Lebensmitteln, erscheint mir diese Form des Urlaubens geradezu pervers). 

Hört sich alles übertrieben an? Der Gedanke muss unbemerkt gereift sein und hat heute wohl seinen Weg an die Oberfläche gefunden. Es ist auch gar nicht so einfach, vor allem nicht, wenn man sich fürs Modezirkus interessiert. Man merkt ganz schnell in meinen Posts, dass ich ein treuer H&M Kunde bin. Auch wenn der Konzern sich in den letzten Jahren bemüht, Zweifell an Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit aus der Welt zu schaffen, bin ich immer wieder hin und hergerissen und gebe zu, ich traue dem Ganzen nicht wirklich (gerade in einem Blog gelesen, dass erneut tonnenweise Kleidung verbrannt worden ist, um einfach Platz im Lager zu schaffen für die nächsten Kollektionen, das bestreitet H&M natürlich). 

Eins ist klar: ganz einfach wäre es, wenn ich zum Bio-Laden-Kunden werden könnte. Nur das fand ich immer unzureichend. Damit überhaupt Sinn macht, müsste man alles hinter sich lassen und am Waldrand ins Baumhaus umsiedeln, sage ich mir dann. Das ist natürlich unmöglich. Es bleibt also herauszufinden, welcher der richtige Weg ist. Für einen selber. Lasse ich alles unverändert und verstecke mich hinter der Aussage, dass ich alleine eh nichts ändern kann oder nehme ich mir Schindlers Satz „Rettest du ein Menschenleben, hast du die ganze Menschheit gerettet“ vor und versuche, das Beste daraus zu machen.

Ich entscheide mich fürs zweite. Ich bin und werde kein Standart-Bio-Laden-Kunde, denn ich bin ich und ich liebe Mode, deswegen schreibe ich auch hier. Aber ich nehme mir vor, noch bewusster mit meinem Konsum (nicht nur in Hinsicht auf Kleidung) umzugehen, so dass ich es mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Ich habe angefangen mit meinem Blog vor fast genau einem Jahr, inspiriert nicht durch die Instagramprofile von Bloggern, die jeden Tag etwas Neues promoten und Handtaschen für Tausende auf der Schulter tragen (ganz ehrlich, vor einem Jahr war mir Instagram nur ein etwas verschwommener Begriff), sondern weil ich die Wandelbarkeit der Modeströmungen faszinierend finde und Bilder und Geschichten von Menschen gesehen hatte, die durch Kleidung Persönlichkeit geschaffen haben. Eins meiner Lieblingsbilder von Scott Schumann, der Sartorialist, ist das eines eleganten Mannes, aufgenommen auf den Straßen von Mailand, der den Anzug seines Vaters anhat, inklusive abgetragenen Ärmel- und Kragenkanten. Er sitzt aber perfekt, ist ein Statement und erzählt Geschichten.

Das ist das Gesicht der Mode, das meine Gedanken beflügelt und mich diese langen Sätze schreiben lässt.
Was denkt ihr drüber?

Eure Magdalena 💋

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